Der Kodokan und die Prinzipien des Judo
1882 eröffnete Jigoro Kano in Tokio seine Schule, den Kodokan, und gab dem Judo zwei Leitgedanken mit auf den Weg.
- Quelle
- Wikipedia (en/de: Judo, Jigorō Kanō – Orientierung, Gegenprüfung), International Judo Federation (ijf.org)
- Stand
- 2026-10-13
- Zuletzt geprüft
- 13. Oktober 2026
- Original
- Dokument beim Verband
Die Gründung 1882
Im Jahr 1882 eröffnete Jigoro Kano in Tokio eine eigene Übungsstätte im Tempel Eisho-ji im Stadtteil Shitaya. Diese Schule nannte er Kodokan („Haus, in dem der Weg gelehrt wird“). Die Anfänge waren bescheiden: ein kleiner Raum mit wenigen Matten und nur eine Handvoll Schüler. Nach gängiger Darstellung ist 1882 das Gründungsjahr des Kodokan und des Judo. Ob der Name „Kodokan“ von Beginn an benutzt wurde oder erst etwa zwei Jahre später (um 1884), geben die Quellen unterschiedlich an; deshalb gilt hier 1882 als Gründungsjahr, wie es allgemein üblich ist.
Der Kodokan wuchs schnell, zog in größere Räume um und besteht bis heute in Tokio. Er gilt als Zentrum des Judo und vergibt Dan-Grade, die weltweit anerkannt sind.
Zwei Leitgedanken
Kano hinterließ zwei Prinzipien, die bis heute überall im Judo zu hören sind:
- Seiryoku Zenyo – „bestmöglicher Einsatz von Kraft“. Gemeint ist, Körper und Geist so wirkungsvoll und sinnvoll wie möglich einzusetzen. Wer das Gleichgewicht und die Bewegung des Gegners nutzt, braucht weniger Kraft als jemand, der nur drückt und zieht. Daher der Satz, dass Nachgeben manchmal siegt.
- Jita Kyoei – „gemeinsame Entwicklung, gegenseitiges Wohlergehen“. Niemand wird allein besser. Man übt mit einem Partner, hilft einander und lernt voneinander. Judo soll am Ende der ganzen Gesellschaft nützen, nicht nur dem Einzelnen.
Für Eltern und Kinder ist das gut zu merken: Im Training geht es nicht darum, den anderen „klein zu machen“, sondern gemeinsam besser zu werden.
Gürtel und Grade – ganz kurz
Der Kodokan führte ein Stufensystem ein: Wer fortgeschritten ist, erhält einen Dan-Grad. Nach der Darstellung in der englischsprachigen Wikipedia wurden die ersten Dan-Grade 1883 vergeben. Die bunten Gürtel für die Schülergrade (Kyu) kamen später auf; sie verbreiteten sich nach gängiger Darstellung vor allem in Europa ab den 1920er-/1930er-Jahren (in London sind farbige Gürtel für 1926/27 belegt, in Frankreich wurde das System durch Mikinosuke Kawaishi bekannt). Genaue Jahre sind hier nicht eindeutig. Alles Weitere steht in unserer Rubrik Graduierungen.
Judo wird Schulfach
Der pädagogische Gedanke zeigte Wirkung: 1911 wurde Judo in Japan Pflichtfach an Mittelschulen. Damit erreichte die Idee, Körper und Charakter gemeinsam zu bilden, sehr viele junge Menschen.
Quellen
- Wikipedia (Deutsch): Judo – https://de.wikipedia.org/wiki/Judo (abgerufen 13.10.2026)
- Wikipedia (Englisch): Judo – https://en.wikipedia.org/wiki/Judo (abgerufen 13.10.2026)
- Wikipedia (Englisch): Jigoro Kano – https://en.wikipedia.org/wiki/Jigoro_Kano (abgerufen 13.10.2026)
- Wikipedia (Englisch): Mikinosuke Kawaishi – https://en.wikipedia.org/wiki/Mikinosuke_Kawaishi (abgerufen 13.10.2026)
- International Judo Federation: Geschichte – https://www.ijf.org/history (abgerufen 13.10.2026)
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