Judogeschichte

Ursprung im Jujutsu und Jigoro Kano

Judo entstand im 19. Jahrhundert in Japan aus dem Jujutsu und ist untrennbar mit dem Pädagogen Jigoro Kano verbunden.

Quelle
Wikipedia (de/en: Jigorō Kanō, Judo – nur zur Orientierung, mit Gegenprüfung), International Judo Federation (ijf.org)
Stand
2026-10-13
Zuletzt geprüft
13. Oktober 2026
Original
Dokument beim Verband

Alte Wurzeln: Ringen und Jujutsu

Kämpfen ohne oder mit nur wenigen Waffen gab es in Japan schon sehr früh. Alte Chroniken aus dem 8. Jahrhundert (das Kojiki von 712 und das Nihonshoki von 720) erzählen von Ringkämpfen, und ab 717 sind jährliche Ringkampf-Wettbewerbe am kaiserlichen Hof überliefert. Aus solchen Traditionen entwickelten sich über Jahrhunderte die vielen Schulen des Jujutsu (auch Jiu-Jitsu geschrieben). Sie wurden unter anderem von Kriegerfamilien gepflegt und enthielten Würfe, Hebel, Griffe am Boden und Schläge. Jede Schule hatte ihre eigenen Techniken und Geheimnisse.

Wer war Jigoro Kano?

Jigoro Kano wurde 1860 in Mikage in der heutigen Präfektur Hyogo geboren (gängig ist der 10. Dezember 1860 im westlichen Kalender, in Japan wird sein Geburtstag meist am 28. Oktober gefeiert). Er war ein kleiner, eher zierlicher junger Mann und suchte eine Möglichkeit, sich auch gegen größere Gegner zu behaupten. Deshalb begann er mit etwa 17 Jahren, Jujutsu zu lernen, vor allem in den Schulen Tenjin Shin'yo-ryu und Kito-ryu. Seine Lehrer hießen unter anderem Hachinosuke Fukuda, Masatomo Iso und Tsunetoshi Iikubo.

Kano war aber nicht nur Kampfsportler. Er arbeitete als Lehrer und Erzieher, unterrichtete an Schulen und Hochschulen in Tokio und leitete später mehrfach die Pädagogische Hochschule. Dieser Hintergrund prägte seine Idee: Aus den alten Kampfkünsten wollte er ein Erziehungssystem für Körper und Geist machen.

Aus Jujutsu wird Judo

Kano wählte aus den Jujutsu-Schulen die Techniken aus, die sich sicher und wirksam üben ließen, und ordnete sie neu. Gefährliche Techniken ließ er im freien Üben weg. Besonders wichtig war ihm das Randori, das freie Üben mit Partner, bei dem man Würfe wirklich ausprobiert, ohne sich zu verletzen. Außerdem pflegte er die Kata, feste Übungsformen. Der Name „Judo“ bedeutet etwa „der sanfte Weg“: „Ju“ steht für Nachgeben und Flexibilität, „Do“ für den Weg.

Kano und der Sport

Kano setzte sich auch für den Sport insgesamt ein. Von 1909 an wirkte er im Internationalen Olympischen Komitee mit und gilt als erstes asiatisches Mitglied. Er gründete 1911 den japanischen Sportverband Dai-Nippon Taiiku Kyokai und war bei mehreren Olympischen Spielen (ab 1912) dabei. Er starb am 4. Mai 1938 an Bord des Schiffes Hikawa Maru auf der Rückreise aus Europa. Als Todesursache wird meist eine Lungenentzündung genannt; manche Quellen nennen auch eine Lebensmittelvergiftung.

Hinweis: Kleinere Abweichungen zwischen Quellen (Geburtsdatum, genaue Zahl der ersten Schüler) sind bei historischen Angaben üblich; hier ist die gängige Darstellung wiedergegeben.

Quellen

  • Wikipedia (Englisch): Jigorō Kanō – https://en.wikipedia.org/wiki/Jigoro_Kano (Orientierung, abgerufen 13.10.2026)
  • Wikipedia (Deutsch): Jigorō Kanō – https://de.wikipedia.org/wiki/Jigor%C5%8D_Kan%C5%8D (abgerufen 13.10.2026)
  • Wikipedia (Deutsch): Judo, Zeittafel – https://de.wikipedia.org/wiki/Judo (abgerufen 13.10.2026)
  • International Judo Federation: Geschichte – https://www.ijf.org/history (abgerufen 13.10.2026)

Der Kodokan und die Prinzipien des Judo →