Judogeschichte

Die Ausbreitung des Judo in die Welt

Von Japan aus eroberte Judo im 20. Jahrhundert Europa und die Welt; 1951 entstand der Weltverband IJF.

Quelle
International Judo Federation (ijf.org), Wikipedia (en: European Judo Union, Mikinosuke Kawaishi, Judo – Orientierung), Wikipedia (de: Judo)
Stand
2026-10-13
Zuletzt geprüft
13. Oktober 2026
Original
Dokument beim Verband

Erste Schritte außerhalb Japans

Schon bald nach der Gründung des Kodokan reisten japanische Lehrer ins Ausland, und Kano selbst besuchte mehrfach Europa und andere Länder. Judo und das ältere Jujutsu kamen zunächst vor allem über Vorführungen, Marine- und Studentenkontakte nach Europa. Frühe Zentren entstanden zum Beispiel in Großbritannien (der Londoner Budokwai) und in Frankreich.

Eine wichtige Rolle spielte Mikinosuke Kawaishi (1899–1969): Er kam 1928 nach England, lebte ab 1931 in London und ab 1935 in Paris und prägte den Aufbau des Judo in Frankreich. Ihm wird gern die Einführung des farbigen Gürtelsystems für Europa zugeschrieben; belegt ist jedoch, dass farbige Gürtel in London schon 1926/27 benutzt wurden. Auch bei der Frage, wer was zuerst einführte, gibt es also keine ganz einfache Antwort.

Die Europäische Judo-Union

Um Vergleichswettkämpfe und eine gemeinsame Linie zu schaffen, schlossen sich die europäischen Verbände zusammen. Nach der Darstellung der Europäischen Judo-Union (EJU) trafen sich Vertreter am 26. Juli 1948 in London, zwei Tage später, am 28. Juli 1948, wurde die EJU offiziell gegründet. Die EJU hat heute nach Wikipedia 51 nationale Verbände als Mitglieder.

Hinweis: In der deutschsprachigen Wikipedia steht zusätzlich eine Angabe, unter Alfred Rhode sei bereits 1932 eine europäische Union entstanden. Das konnte nicht eindeutig geklärt werden; wir folgen der Angabe 1948 und weisen darauf hin, dass es frühere Vorläufer-Initiativen gegeben haben kann. Die ersten Europameisterschaften fanden nach gängiger Darstellung 1934 in Dresden statt.

Die International Judo Federation (IJF)

Auf Weltebene wurde im Jahr 1951 die International Judo Federation (IJF) gegründet. Nach der IJF-Geschichtsseite geschah dies am 11. Juli 1951 in London; erster Präsident war der Italiener Aldo Torti. Heute vereint die IJF nach eigenen Angaben mehr als 200 nationale Verbände und fünf Kontinentalverbände. Das zeigt, wie weit sich Judo verbreitet hat: Es wird in über 150 Ländern betrieben.

Warum Judo so erfolgreich wurde

Mehrere Gründe sprechen dafür: Judo ist ein klar geregelter Sport, den man schon als Kind lernen kann; es lässt sich mit wenig Ausrüstung üben; und es verbindet Bewegung mit Werten wie Respekt und Fairness. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs das Interesse weiter, auch weil Weltmeisterschaften und Olympische Spiele dem Sport viel Aufmerksamkeit brachten (siehe Beitrag „Wettkampf und Olympia“).

Auch der Kodokan blieb offen für die Welt: Nach einer Schließung für zwei Jahre nach dem Krieg öffnete er 1947 wieder.

Quellen

  • International Judo Federation: Geschichte – https://www.ijf.org/history (abgerufen 13.10.2026)
  • Wikipedia (Englisch): European Judo Union – https://en.wikipedia.org/wiki/European_Judo_Union (abgerufen 13.10.2026)
  • Wikipedia (Englisch): Mikinosuke Kawaishi – https://en.wikipedia.org/wiki/Mikinosuke_Kawaishi (abgerufen 13.10.2026)
  • Wikipedia (Deutsch): Judo – https://de.wikipedia.org/wiki/Judo (abgerufen 13.10.2026)

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