Judogeschichte

Judo in Deutschland

Von den ersten Jiu-Jitsu-Schulen 1906 über Verbot und Neuanfang nach 1945 bis zum Deutschen Judo-Bund (gegründet 1953).

Quelle
Wikipedia (de: Judo, Deutscher Judo-Bund – Orientierung, Gegenprüfung), Deutscher Judo-Bund (judo.de)
Stand
2026-10-13
Zuletzt geprüft
13. Oktober 2026
Original
Dokument beim Verband

Die Anfänge (ab 1906)

Nach gängiger Darstellung begann alles 1906: Japanische Kriegsschiffe besuchten Kiel, Matrosen führten Nahkampftechniken vor, und im selben Jahr gründete Erich Rahn die erste deutsche Jiu-Jitsu-Schule. In den 1920er-Jahren gab es erste Meisterschaften; die ersten deutschen Judo-/Jiu-Jitsu-Meisterschaften fanden 1926 in Köln bei den Deutschen Kampfspielen statt.

Einen wichtigen Schub brachte das Jahr 1932: In Frankfurt am Main fand die erste internationale Judo-Sommerschule statt, geleitet von Alfred Rhode, und am 11. August 1932 wurde der Deutsche Judo-Ring gegründet. 1933 reiste Jigoro Kano durch Europa und gab Lehrgänge in Berlin und München. Im selben Jahr stellten die nationalsozialistischen Machthaber den Judosport unter die Aufsicht der Schwerathletik im Reichsbund für Leibesübungen; er verlor damit seine Selbstständigkeit. Die letzten deutschen Meisterschaften jener Zeit fanden 1941 in Essen statt.

Verbot und Neuanfang nach 1945

Nach Kriegsende untersagten die Besatzungsmächte zunächst den Judosport (nach der Darstellung der Quelle bis 1948). 1949 wurde Judo in allen Besatzungszonen wieder als Sportart zugelassen, zunächst als Teil der Schwerathletik. Im Westen war der Deutsche Athleten-Bund zuständig. 1951 gab es in Frankfurt die ersten westdeutschen Meisterschaften nach dem Krieg; bis 1954 wurden noch gesamtdeutsche Meisterschaften ausgetragen.

Gründung des Deutschen Judo-Bundes

1952 bildeten erfahrene Dan-Träger das Deutsche Dan-Kollegium. Am 8. August 1953 gründeten Dan-Träger in Frankfurt am Main den Deutschen Judo-Bund (DJB), unter ihnen Alfred Rhode. Von Dezember 1954 an übertrug der Athleten-Bund die Zuständigkeit auf den DJB, ab 1955 war er allein für den Wettkampfbetrieb zuständig, und 1956 erkannte ihn der Deutsche Sportbund an.

Im Osten Deutschlands entstand 1958 der Judo-Verband der DDR. Frauenmeisterschaften gab es in der DDR ab 1966, in der Bundesrepublik ab 1970; die ersten Europameisterschaften der Frauen fanden 1975 in München statt. Am 2. Februar 1991 vereinigten sich in Passau der westdeutsche DJB und der DDR-Verband zum heutigen Deutschen Judo-Bund.

Erfolge und Gegenwart

Deutsche Judoka gewannen auch Olympiamedaillen; zwei Beispiele für Olympiasieger sind Frank Wieneke (1984, Los Angeles) und Udo Quellmalz (1996, Atlanta). Der DJB hat seinen Sitz in Frankfurt am Main und ist ein anerkannter Spitzenverband im Deutschen Olympischen Sportbund.

Hinweis: Die Zeitangaben zum Verbot nach 1945 weichen je nach Quelle um ein bis zwei Jahre ab, weil sich die Regeln je Besatzungszone unterschieden; die genannte Darstellung ist die gängige. Eine Gegenprüfung auf den DJB-eigenen Seiten war nicht möglich, die Chronik-Seite war nicht abrufbar.

Quellen

  • Wikipedia (Deutsch): Deutscher Judo-Bund – https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Judo-Bund (abgerufen 13.10.2026)
  • Wikipedia (Deutsch): Judo, Abschnitt Deutschland – https://de.wikipedia.org/wiki/Judo (abgerufen 13.10.2026)
  • Wikipedia (Englisch): Liste olympischer Medaillengewinner im Judo – https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Olympic_medalists_in_judo (abgerufen 13.10.2026)
  • Deutscher Judo-Bund: https://www.judo.de

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