Regelkunde

Strafen, verbotene Techniken und Verletzungen

Shido, Hansoku-make, Sonderregeln für Kinder und Jugendliche sowie Verletzungen und Videoprüfung.

Quelle
IJF Refereeing Rules (Art. 13, 18, 20); DJB-Kampfregeln (Art. 18, 20, Anhang Nachwuchs); DJB-Wettkampfordnung 3.12; DJB-Jugendregelungen 2025; BJV-Wettkampfordnung 3.12
Stand der Vorlage
IJF SOR 14.08.2026 (Refereeing Rules Fassung 21.01.2026); DJB-Kampfregeln Stand März 2026; DJB-Wettkampfordnung Dezember 2025; DJB-Jugendregelungen Stand 09.09.2025; BJV-Wettkampfordnung 24.01.2024
Zuletzt geprüft
12. Oktober 2026
Original
Dokument beim Verband

Strafen, verbotene Techniken und Verletzungen

Strafen sollen Kämpfer schützen und fairen Judo-Kampf fördern. Eine Strafe ist nie zugleich eine Wertung für den Gegner.

Shido und Hansoku-make

  • Shido (leichter Verstoß): Zwei Shido sind Warnungen, der dritte führt zum Hansoku-make. Der Kämpfer scheidet aus dem Kampf aus, darf aber im Turnier weiterkämpfen, wenn es das System erlaubt.
  • Typische Shido-Gründe: Passivität, Scheinangriffe, rein blockierende Griffe, Hand oder Fuß im Gesicht des Gegners, Umklammern mit verschränkten Händen („Bear Hug“), unordentlicher Anzug, Zeitschinden. Beim Zeitschinden gibt es nach IJF-Regeln zuerst nur eine Warnung.
  • Hansoku-make (schwerer Verstoß): Der Gegner gewinnt mit Ippon-Gegenwert. Man unterscheidet das indirekte (nach drei Shido) und das direkte Hansoku-make.
  • Direkt bestraft werden unter anderem gefährliche Aktionen wie Kopf voraus in die Matte „tauchen“ (Kämpfer darf weiterkämpfen) sowie Verstöße gegen den Geist des Judo, etwa Kawazu-gake, Kani-basami, Do-jime, Hebel auf andere Gelenke als den Ellbogen oder Handeln gegen Anweisungen des Kampfrichters (Kämpfer darf nicht weiterkämpfen).

Besondere Regeln für Kinder und Jugendliche (DJB)

Die Regeln unterscheiden sich je Altersklasse (DJB-Wettkampfordnung 3.12, Jugendregelungen-Übersicht). In U15 und jünger wird bei einem Verstoß zuerst unterbrochen und erklärt; ein Shido folgt meist erst bei Wiederholung.

  • U11, U13: Würgetechniken und Hebel am Boden sind verboten. Ebenfalls verboten sind Griffe um den Nacken, Griff über Schulter oder Arm auf den Rücken, Landen auf den Knien zum Wurfbeginn, Abtauchtechniken, die „Reiter“-Technik und das Schließen der Beine beim Sankaku. Gegendrehtechniken und Tani-otoshi als Konter werden nicht gewertet.
  • U15: Würgetechniken sind verboten. Der Nackengriff ohne Judogi-Fassen und die „Reiter“-Technik sind verboten. Bestimmte Griffe sind nur zum Angreifen erlaubt. Landen auf den Knien oder Abtauchen führt zu Mate ohne Strafe.
  • Kopf: Landet jemand in der Kopfbrücke, ist das Ippon. Aktive Kopfverteidigung wird mit Hansoku-make bestraft; in U15 und jünger folgt dazu der Ausschluss aus der Veranstaltung (der Listenplatz bleibt erhalten). Der Kopf als Wurfhilfe wird in der U15 mit Shido, in U13 und jünger mit Hansoku-make ohne Ausschluss bestraft. Ähnliche Shido-Regeln kennt die IJF für Kadetten, auch für den Reverse-Seoi-nage.
  • Hebel/Würgen im Stand: Mit Wurf wird in U15 und jünger sofort mit Hansoku-make und Ausschluss bestraft, ohne Wurf mit Shido bei geringer Gefahr (WKO). Die DJB-Kampfregeln nennen diese Regel für „unterhalb U18“ – bitte im Original prüfen.

Verletzungen

  • Verursacht ein Kämpfer seine Verletzung selbst oder lässt sich die Ursache nicht klären, verliert der Verletzte nach IJF-Regeln. Wurde er durch den Gegner verletzt, prüfen Kampfrichter und Kommission den Fall.
  • Verlangt ein Kämpfer den Arzt, kann der Kampf mit Kiken-gachi für den Gegner enden; Ausnahmen gelten u. a. bei Blutungen und kleinen Verletzungen. Blutungen dürfen laut IJF zweimal versorgt werden, beim dritten Mal verliert der Kämpfer (Ausnahme durch die Kommission möglich).
  • Im DJB-Nachwuchs (U11 bis U15) hat jeder Kämpfer zusätzlich Anspruch auf insgesamt zwei medizinische Untersuchungen; bei der dritten verliert er durch Kiken-gachi.

Videoprüfung und Entscheidungen

  • Bei IJF-Turnieren und größeren DJB-Veranstaltungen prüft das CARE-Videosystem jede Entscheidung, die einen Kampf beendet, sowie Kontersituationen. Kampfrichterkommission oder Außenrichter greifen nur ein, wenn sie sich einig sind.
  • Trainer und Kämpfer können die Prüfung nicht anfordern. Nach dem Kampf kann sich ein Trainer die technische Situation von der Kommission erklären lassen.
  • Ohne CARE gilt die Dreier-Mehrheit von Kampfrichter und zwei Außenrichtern.
  • Kampfrichterentscheid (Hantei): Im Nachwuchs entscheidet er den Kampf, wenn es kein Golden Score gibt (siehe „Kampfablauf“).

Quellen: IJF Refereeing Rules (https://www.ijf.org/documents); DJB-Kampfregeln (https://www.judobund.de/service/regeln-und-ordnungen/kampfregeln); DJB-Wettkampfordnung (https://www.judobund.de/service/regeln-und-ordnungen/wettkampfordnung); DJB-Jugendregeln (https://www.judobund.de/service/regeln-und-ordnungen/jugendregeln). Abruf 12.10.2026.

Zusammenfassung von Claude (KI) auf Basis der genannten Quellen. Zusammenfassung ohne Gewähr – maßgeblich sind die Originaldokumente.

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